Orca Alarm.

Die Reise geht ein Hand weiter von Denia mit achtzehn Stopps in Villajoyosa, Torrevieja, Cartagena, Garrucha, Aguadulce, Caleta de Vélez, Estepona, Sotogrande, Gibraltar, Barbate, Cádiz, Mazagón, Huelva, Laguna de El Portil, Ayamonte, Tavira, Albufeira und Portimão. Somit 510 sm seit Denia, was ungefähr 943 Kilometer entspricht. Wenn man bedenkt, dass ich die spanische Küste schon drei Mal hoch und runter gesegelt bin, entdeckt man doch immer wieder neue Orte und gewinnt Eindrücke, die mir bisher verborgen waren.

Es ist immer mit Anspannung und Respekt vor der Natur verbunden. Jedes Manöver, ob im Hafen oder beim Ankern, muss gut überlegt sein, auch das Überprüfen der Wettervorhersagen ist ein absolutes Muss.

Den größten Respekt hatte ich vor der Durchquerung der Straße von Gibraltar bezüglich der Orca-Angriffe in den letzten Jahren, ich war zwar gut vorbereitet, aber etwas mulmig war mir schon. Zum Glück habe ich keinen Orca zu Gesicht bekommen, aber dafür viele Delfine.

Man lernt nie aus. Auf dem Weg von Huelva nach Ayamonte wollte ich im Río Piedras ankern, was ich nicht bedachte, dass die Einfahrt nur bei Flut möglich ist; auch habe ich meinen Kartenplotter nicht weit genug vergrößert. Das ist mir in acht Jahren, seit ich unterwegs bin, noch nicht passiert: ich bin auf Grund gelaufen und stecken geblieben. Vorwärts, rückwärts, nichts ging mehr. Jetzt, was tun? Funkspruch abgeben? Jetzt erst mal überlegen. In fünfhundert Metern Entfernung sah ich zwei Motorboote, die könnten mich ja aus meiner misslichen Situation befreien. Jetzt musste ich nur noch auf mich aufmerksam machen, sofort griff ich zu meiner Signalpistole und schoss zwei Raketen in die Luft.

Tatsächlich hat mich einer von beiden gesehen und eilte mir zu Hilfe, da er kein Englisch sprach, hat er nur Bahnhof verstanden. Somit startete ich einen neuen Versuch, mich zu befreien. Rückwärtsgang rein und Vollgas, und tatsächlich kam ich frei. Puls bei gefühlten zweihundert, Adrenalin bis zum geht nicht mehr, und nichts wie weg. Man lernt nie aus. An der Algarve habe ich dann von Bernd, einem langjährigen Freund, Besuch bekommen, der mich ein paar Tage begleitete.

Alles in allem war es ein schöner Segelsommer. Nicht für alle! Wie ich soeben erfahren habe, hat mein Freund Henry sein schönes Motorboot geschrottet, zum Glück ist ihm und seinen zwei Begleitern nichts passiert.

Die nächste Reise ist schon in Planung und es soll über den Winter nach Lanzarote gehen. Diese Woche habe ich einen Krantermin, um das Unterwasserschiff zu reinigen, da sich in den anderthalb Jahren sehr viele Muscheln am Rumpf eine neue Heimat gesucht haben. Bei dieser Gelegenheit werde ich auch noch ein defektes Seeventil tauschen, da es nur möglich ist, wenn das Schiff aus dem Wasser kommt.

Die letzten Tage an der Algarve kommt Elena zu Besuch, und dann geht es erst wieder mal in die Heimat.