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03. Oktober Sardinien und Korsika über Mallorca und Ibiza nach Malaga.

Nach sechs Wochen Sardinien und Korsika wird es Zeit Abschied zu nehmen. In den letzten sechs Wochen hatte ich einigen Besuch:  Angelika und Thomas (1 Woche),  die Woche darauf waren Elke und Volker an Bord und danach kam Männi, der mich nach Korsika in den Hafen von Saint Florent begleitete. Auf dieser Route lagen an der Westküste Bonifacio, Ajaccio und Calvi. Es war eine tolle Zeit mit meinen Besuchern, denn es gab tolle Badebuchten im La Maddalena Archipel, die nur mit dem Schiff zu erreichen sind und eine schöner wie die andere war.  Überhaupt wird die Costa Smeralda nicht umsonst die Perle im Mittelmeer genannt. Am 26. September trat ich die Rückreise von Korsika über Mallorca und Ibiza nach Malaga an. Mit von der Partie waren Freunde ( Ede, Andreas und Michael) die mich bei der langen Überfahrt unterstützten. 780 Sm (1.443 km) lagen vor uns. Wie es natürlich kommen musste, erwischten wir am ersten Tag schlechtes Wetter mit Wellen bis zu vier Metern (von hinten Gott sei Dank). Wie kann es anders sein: Es ist auch was zu Bruch gegangen:  die Mastrutscher des Großsegels sind teilweise ausgerissen und wir konnten das Segel nicht mehr benutzen. In der zweiten Nacht bemerkte ich, dass das Schiff nur noch halbe Fahrt machte. Ich überprüfte die Drehzahl, jedoch war diese konstant wie immer.  Mir fiel sofort ein, dass ich von so einem Vorgang schon mal gelesen habe, irgendetwas könnte sich am Kiel verfangen haben und uns ausbremsen. Daher  Gas raus bis zum Stillstand und ganz langsam rückwärts, Vorwärtsgang rein und siehe da: wir machten wieder volle Fahrt. Nochmal Glück gehabt. Wir meisterten die Überfahrt nach Mallorca in 47 Stunden und endlich am Hafen von Pollenca machten wir fest, um Energie zu tanken. Der Tankwart war so freundlich, uns einen Segelmacher zu organisieren, der auch prompt nach einer halben Stunde bei uns am Schiff erschienen ist. Zum Glück konnte er das Segel reparieren, so dass ich mit einem guten Gefühl an die nächste Etappe denken konnte. Was ich nicht wusste:  wir brauchten das Segel nicht, denn es war zu wenig Wind. Leider musste Andreas, unser Mitsegler, wegen Zahnschmerzen in Pollenca von Bord gehen  und hat die Heimreise angetreten. Es war sehr schade und so mussten wir die letzten Meilen zu dritt antreten. Am nächsten Morgen brachen wir bei strahlendem Sonnenschein zu unserer zweiten Etappe auf.  Petri Heil!!!  Wir haben soviel Fisch gefangen, dass wir uns hätten eine Woche ernähren können. Ede war ganz begeistert, seinen ersten Tunfisch und zwei Bonitos an der Angel zu haben. Begleitet wurden wir einige Male von ganzen Delphinschulen; immer wieder schön anzusehen. Der erste Tag und die Nacht verliefen ohne Zwischenfälle, auch tags darauf ist außer Angeln und das Wetter und die Natur genießen nicht viel passiert. In der zweiten Nacht sollten wir wieder eine Überraschung erleben. Plötzlich gab es ein seltsames Geräusch und die Geschwindigkeit wurde gebremst, scheiße dachte ich, nicht schon wieder. Erst mal den Gang raus und mit der Taschenlampe alles ableuchten.  Es war nichts zu sehen, also den Gang wieder langsam rein und im selben Moment sehen wir im Heck des Schiffes eine große Plastikfolie die sich in der Schraube verfangen hat. Das sind die Momente in denen man darüber nachdenkt ob es wohl nicht besser wäre jetzt  zuhause auf dem Sofa zu liegen. Pleiten, Pech und Pannen, denn kurz vor Almeria fängt der Motor an zu stottern, jetzt auch das noch. Die Ursache war aber schnell gefunden, der Diesel war alle. Die letzten Seemeilen bis zur Tankstelle sind wir gesegelt, in der Hoffnung dass der letzte Tropfen Diesel ausreicht, um das Anlegemanöver durchzuführen.  Zum Glück hat alles geklappt und wir konnten unsere Reise fortsetzen. Da wir jetzt noch genügend Zeit hatten, besuchten wir Chris in Almunecar und konnten somit zwei Tage in einem richtigen Bett schlafen. Am 3. Oktober sind wir wohlbehalten in Malaga angekommen.